Mineralien und  Spurenelemente

 

 

 

Calcium (CA) 100 mg/kg Körpergewicht

Phosphor (P)   75 mg/kg Körpergewicht

 

Calcium und Phosphor sind hauptsächlich für die Stabilität des Skeletts  verantwortlich. In geringen Mengen ist Calcium auch für die Blutgerinnung, die Reizleitung im Nervensystem sowie die Muskelkontraktion unentbehrlich. Phosphor, das in größeren Mengen (etwa 20%) in den Weichteilgeweben vorkommt, u.a. an der Bildung von energiereichen Phosphaten, dem Transport der Fette in Form von Phospholipiden und als Bestandteil der Zellkerneiweiße, insbesondere bei der Zellvermehrung.

Bei ausgewachsenen Hunden bietet die tägliche Zufuhr von etwa 100 mg Calcium pro kg Körpergewicht und 75 mg Phosphor  pro kg Körpergewicht eine ausreichende Sicherheit für die Erhaltung des Calcium- und Phosphorbestandes im Organismus; dies gilt auch für ältere Hunde oder unter besonders belastenden Bedingungen (erhöhter Ausscheidung, geringe Absorption). 

 

Unterversorgung:

 

Eine ungenügende Versorgung des Organismus mit Calcium oder Phosphor kann vorübergehend durch Freisetzung von Calcium und Phosphor aus den Knochen ausgeglichen werden. Nach Erschöpfung dieser Kompensationsmöglichkeiten sind bei einer länger andauernden erheblichen Unterversorgung jedoch schwere Ausfall Erscheinungen möglich, insbesondere am Skelett. Dann sind Lahmheit, lockere Zähne, und Zahnausfall (Gummikiefer), Verbiegung des Skeletts und Knochenbrüche zu erwarten. Dies ist aber heutzutage selten der Fall, da viele Einzelfuttermittel für Hunde genügend Phosphor, aber zu wenig Calcium enthalten.

 

Überversorgung:

 

Ein Überschuss an Calcium und Phosphor im Futter kann sich ebenfalls ungünstig auf Skelettentwicklung und Gesundheit auswirken. Überhöhte Mengen eines Elements sind dann besonders nachteilig, wenn das andere Element die absoluten Bedarfswerte unterschreitet und so krasse Abweichungen vom erwünschten Calcium/Phosphor- Verhältnis in der Gesamtration von 1,3:1 bestehen. Bei Berechnung des Calcium – zu Phosphor –Verhältnisses im Futter wird der Gehalt an Phosphor= 1 gesetzt: Ein Futter mit 10 g Calcium und 5g Phosphor – Verhältnis von 10:5 oder 2:1 ein Calcium Überschuss vermindert nicht nur die Verwertung von Phosphor, sondern auch die von Magnesium und Zink und vermutlich auch von Kupfer, so daß sich sekundäre Mangelerkrankungen einstellen können. Gelangt bei überhöhter Phosphormengen in der Nahrung  Phosphor in den Organismus und muß über die Nieren wieder ausgeschieden werden; das erhöht das Risiko der Harnsteinbildung. Daher sollte die aufgeführten Bedarfswerte nicht mehr als um das 2 Fache überschritten werden.

 

Magnesium (MG)12mg/kg Körpergewicht

 

verteilt sich im Körper zu etwa gleichen Teilen auf Weichgewebe und Skelett. Es ist für die Funktion zahlreicher Enzymsysteme im Kohlen-hydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel unentbehrlich.

 

Unterversorgung:

 

kommt in der Praxis selten vor, kann aber dennoch zu Krämpfen, in chronischen Fällen zur Verkalkung von Herzklappen und größeren Gefäßen führen.

 

Überversorgung:

 

mit Magnesium verursacht – bei schwerlöslichen Magnesiumverbindungen – Durchfall  sowie eine Beeinträchtigung der Calcium- und Phosphorverwertung. Infolge einer Zunahme der Magnesiumkonzentration im Harn wird bei gleichzeitig überhöhtem Protein- und Phosphorangebot die Bildung von Harnstein (Magnesium-Ammonium-Phosphatkomplexe) begünstigt.

 

 

Natrium (NA) 50mg/kg Körpergewicht

Chlorid (Cl120mg/kg Körpergewicht

 

liegen vorwiegend im Blut und im Flüssigkeitsraum außerhalb der Zellen vor und sind dort u.a. für die Regulation des Wasserbestandes unentbehrlich.

 

Unterversorgung:

 

Bei Durchfällen (besonders blutigen) und chronischen Erbrechen entstehen erhebliche Verluste, da der Natrium – bzw. Chloridgehalt im Magensaft rd. 1,5 bzw. 5g/l beträgt. Erhöhte Abgaben über die Haut sind bei häufigem Baden (Wasserjagd oder Waschen) zu erwarten. Weiterhin können Nierenerkrankungen zu einer Bedarfserhöhung führen

Eine länger dauernde Unterversorgung  mit Natrium führt zur Abnahme des Wasserbestandes im Körper, verbunden mit trockener Haut, verringertem Blutvolumen, verstärkter Unruhe und Lecksucht sowie Schwierigkeiten beim Abschlucken der Nahrung. Der Hund verliert Gewicht, Herz- und Atemfrequenz steigen an. Darüber hinaus nimmt die Leistungsfähigkeit (schnelle Ermüdung beim Menschen) die Empfindlichkeit der Geruchsorgane ab.

 

Überversorgung:

 

Der gesunde Hund ist gegenüber hohen Mengen Natrium gegenüber im allgemeinen tolerant. Tägliche Mengen bis zu 1,5 g/kg Körpergewicht werden Reaktionslos vertragen, sofern ausreichend Wasser angeboten wird.

 

 

Kalium (K) 55mg/kg Körpergewicht

 

Der größte Teil des Kaliums (ca. 90%) liegt in den Zellen vor. Es ist für die Regulierung des osmotischen Drucks in den Zellen, aber auch für die Aktivität zahlreicher Enzyme unentbehrlich. Der Organismus kann nur begrenzte Mengen Kalium vorwiegend in der Leben und Muskulatur speichern. Überschüsse werden weitgehend über die Nieren eliminiert.

 

Unterversorgung:

 

die zu allgemeiner Schwäche, Durchblutungsstörungen und Blutdruckabfall führen kann, ist äußerst selten, jedoch bei länger andauernder Anwendung von Medikamenten zur Entwässerung des Körpers ebenso wie bei einseitiger Fütterung von Weißmehl, Fett, Zucker oder starkem Wässern der Futtermittel möglich

 

Überversorgung:

 

Ist nicht bekannt.

 

 

 

Spurenelemente

 

Eisen (FE) 1,4mg/kg Körpergewicht

 

Vom Gesamteisen im Körper liegen fast 2/3 im roten Blutfarbstoff und etwa 1/10 im roten Muskelfarbstoff vor. Eisen ist für die Bildung von roten Blutkörperchen unentbehrlich, daneben aber auch für zahlreiche Enzyme, die den Sauerstofftransport regulieren.

Der tägliche Eisenbedarf ausgewachsener Hunde nimmt aufgrund der hohen Eisengehalte im Blut nach größeren Blutverlusten zu, bei langhaarigen Hunden auch während des Haarwechsels, da pigmentierte Haare viel Eisen enthalten.

 

Unterversorgung:

 

Eisenmangelzustände sind beim ausgewachsenen Hund unter praktischen Bedingungen selten. Nach einseitiger Verwendung fett- bzw. zuckerreicher Futtermittel sowie von Milch und Milchprodukten in Kombination mit poliertem Reis ist die Aufnahme an Eisen jedoch gering. Auch bei hohen Blutverlusten, insbesondere durch Ekto- und Endoparasitenbefall, Verletzung oder blutige Durchfälle, können Eisenmangelzustände  auftreten.

 

Überversorgung:

 

Ist nicht bekannt.

 

Kupfer (CU) 0,1mg/kg Körpergewicht

 

hat wichtige Funktionen im Rahmen der Blut- und Pigmentbildung sowie der Ausbildung des Grundgerüstes der Knochen. Bedarfserhöhungen sind bei langhaarigen Hunden während des Haarwechsels zu erwarten sowie durch Störungen der Absorption, verursacht durch überhöhte Gehalte an Eisen, Calcium oder Zink im Futter oder durch allgemeine Verdauungsstörungen.

 

Unterversorgung:

 

Eine Kupferunterversorgung, die allerdings selten ist, führt zu Veränderungen an Skelett, Haut, Haaren, Blutarmut und Störungen der Knochenentwicklung: Die dunkel pigmentierten Haare um Nase und Augen werden grau, es kommt zu O-und X-Beinigkeit sowie Durchtrittigkeit. 

 

Überversorgung:

 

Liegt ein Kupfer Überschuss in der Nahrung vor, wird Kupfer vermehrt in der Leber gespeichert. Bei gesunden Hunden ist jedoch kaum mit einer starken Kupferretention zu rechnen, daß Leberschädigung entstehen.

 

 

Zink (ZN0,9mg/kg Körpergewicht

 

ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und daher für den Ablauf verschiedener Umsetzungen im Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel unentbehrlich, insbesondere aber für die normale Entwicklung der Hautzellen. Der Zinkbedarf ausgewachsener Hunde kann sich bei langhaarigen Hunden während des Haarwechsels infolge verstärkter Zinkretention erhöhen ebenso wie durch Beeinträchtigung der Zinkabsorption in Gegenwart hoher Mengen an Kalzium, Kupfer, Weizenkleie und Sojaschrot.

 

 

Unterversorgung: 

 

Eine Unterversorgung die beim ausgewachsenen Hund aufgrund der im allgemeinen ausreichenden Gehalte im Futter selten beobachtet wird, ist gekennzeichnet durch Pigmentaufhellung, Haarverlust sowie borkige Auflagerungen um die Augen, an der Mundspalte und an den Gelenken.

(Genetisch bedingte Störungen des Zinkstoffwechsels, die durch Zinkfütterung nicht oder nur bedingt zu beeinflussen sind, kommen bei Bull-Terriern und Huskys vor.)

 

Mangan (MN) 0,07mg/kg Körpergewicht

 

Es ist im Körper mit extrem niedrigem Gehalt vorhanden. Von Bedeutung ist es unter anderem für die Funktion zahlreicher Enzyme. In nahezu allen Futtermitteln ist Mangan ausreichend enthalten.

 

 

Unterversorgung:

 

Da der Bedarf relativ niedrig liegt sind Mangelerkrankungen praktisch nicht bekannt und auch nicht zu erwarten.

 

Überversorgung:

 

Nicht bekannt.

 

 

Kobalt (CO)   

 

Essenziell wichtig ist Kobalt für die Synthese von Vitamin B12. Wenn  genügend Vitamin B12 in den Nahrungsmitteln enthalten ist, wird damit auch der Bedarf an Kobalt gedeckt.

 

 

Unterversorgung:

 

Der Bedarf liegt relativ niedrig, Mangelerkrankungen sind unter praktischen Bedingungen nicht bekannt und auch nicht zu erwarten.

 

 

 

Überversorgung:

 

Nicht bekannt.

 

 

Jod (J) 15µg/kg Körpergewicht

 

 

Die lebensnotwendige Funktion von Jod im tierischen Organismus wurde schon sehr früh im Zusammenhang mit der Kropfbildung erkannt. Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Der Jodbedarf ausgewachsener Hunde steht mit Energieumsatz in unmittelbarer Beziehung. Bei Hunden mit verstärkter Muskeltätigkeit ist daher mit einem höheren Bedarf (25 µg/kg Körpergewicht) zu rechen. Der erwünschte Jodgehalt wird in vielen Futtermitteln nicht erreicht. Insbesondere bei einseitiger Verwendung von Fleisch und Schlachtabfällen in Kombination mit hoch gereinigten Getreideprodukten ist die Versorgung unzureichend. Durch längeres Kochen der Futtermittel können zusätzlich Jodverluste entstehen. Aufgrund dieser Bedingungen ist es nicht überraschend, daß in der Praxis gelegentlich spontane Jodmangelfälle auftreten. Zur Sicherung der Jodversorgung sind jodarme Futtermittel mit jodiertem Salz (1g jodiertes Salz enthält etwa 70µg Jod) oder jodhaltigem Mineralfutter  zu ergänzen.

 

 

Unterversorgung:

 

führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, im weiteren Verlauf zu ungenügender Hormonbildung, allgemeinem Leistungsabfall, Teilnahmslosigkeit, Haarverlust, verbunden mit Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen, Gewichtsabnahmen und Wassersucht.

 

 

Überversorgung:

 

Nicht bekannt.

 

 

Selen (SE2,5µg/kg Körpergewicht

 

 

Die Lebensnotwendigkeit von Selen für den Hund wurde erst in den letzten Jahren nach- gewiesen. Diese Element ist im Zellstoffwechsel im Zusammenwirken mit Vitamin E bei Entgiftungsvorgängen von Bedeutung. Bei ausgewachsenen Hunden sind Ausfall Erscheinungen bisher nicht beschrieben, im Hinblick auf volle Vitalität, insbesondere für die Infektionsabwehr, ist aber eine optimale Zufuhr sicherzustellen.

 

 

Unterversorgung:

 

Nicht bekannt.

 

 

Überversorgung:

 

Nicht bekannt.

 

 

Futtermittel

Eisen

Kupfer

Zink

Jod

 

(mg)

(mg)

(mg)

(µg)

 

 

 

 

 

Fleisch, Rind

3,5

0,2

3,0

3

Leber

22,0

3,0

6,0

1,5-6

Pansen, geputzt

1,8

0,6

1,4

 

Magen, Schwein

2,8

0,1

1,8

(5-15)

Milch, Rind

0,05

0,02

0,5

5

Quark

0,5

0,01

0,5

4

Ei, gekocht

2,3

0,3

1,5

10

Maisflocken

2,0

0,2

0,3

10

Haferflocken

6,5

0,4

3,2

15

Reis, gekocht

0,2

0,02

0,4

0-2

Weizenbrot

3,8

0,2

0,8

6

Weizenkleie

15,0

1,3

7,6

50

Kartoffeln, gekocht

0,8

0,2

0,3

(3)

Salat, frisch

0,3

0,04

0,2

2

Bäckerhefe, frisch

5,0

1,6

2,6

1

( )=geschätzte Werte

 

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